Artikel von Timo Kiwitz NRZ-Dinslaken: 23.05.2016
Seine letzte Partie als Trainer der Hiesfelder Landesliga-Handballerinnen hatte sich Jürgen Voss anders vorgestellt. Beim eigens vom TV Jahn ausgerichteten Endrundenturnier um den Kreispokal mussten die „Veilchen“ am Samstag im Halbfinale nach einer schwachen Vorstellung die Segel streichen. Der Gastgeber verlor mit 17:22 (9:9) gegen die HSG Alpen/Rheinberg und versäumte es damit, seinem scheidenden Coach mit dem Finale noch ein weiteres Abschiedsspiel zu bescheren.

„Die Mädels wollten mich anders verabschieden. Es lag sicher nicht an der Einstellung, aber irgendwie war der Wurm drin. Das war sicher eines unserer schlechtesten Spiele in dieser Saison. Vor allem im Angriff hat nicht viel funktioniert“, resümierte Voss, der nach der Begegnung noch mit diversen Geschenken von Vereins- sowie Mannschaftsseite und mit einem eigens angefertigten Video verabschiedet wurde. „Ich heule ja nicht, aber das war natürlich schon rührend. Ich habe sechs Jahre mit dieser Mannschaft verbracht, nicht nur sportlich, sondern auch privat. Wir haben viele Sorgen und Probleme gemeinsam gelöst. Das verbindet“, erklärte der Übungsleiter.

In der Partie zuvor hatten die beiden Torhüterinnen Janine Bielek und Melanie Graf eine gute Leistung gezeigt. Die Treffer von Julia Grunow (6/4), Lisa Schellewald (3), Katy Bernds, Kathrin Bell, Jannika Platt (je 2) und Denise Schulte-Euler (2/1) reichten aber nicht, um einen starken und von vielen mitgereisten Fans lautstark unterstützten Landesliga-Kontrahenten in Gefahr zu bringen.

Alpen/Rheinberg verlangte im Endspiel am Sonntag auch dem Verbandsligisten TV Issum, der im Halbfinale mit 21:18 gegen Uedem gewonnen hatte, alles ab, musste sich aber letztlich knapp mit 18:19 (8:12) geschlagen geben.

Auch bei den Herren setzte sich das klassenhöchste Team durch. Die HSG Wesel, Aufsteiger in die Oberliga, holte sich den „Pott“ dabei auch noch wesentlich souveräner als Issum bei den Damen. Im Halbfinale besiegte Wesel am Samstag den Landesligisten TSV Bocholt mit 41:30 (23:14), einen Tag später ließ die HSG auch gegen den frisch gebackenen Bezirksliga-Meister HCTV Rhede nichts anbrennen, gewann sicher mit 35:23 (18:10).

„Vor der Mannschaft kann man nur den Hut ziehen“, lobte Wesels Coach Sven Esser seine Schützlinge, die auch einige Wochen nach dem Ende der Meisterschaft eine ordentliche Einstellung zeigten und ihrer Favoritenrolle gerecht wurden. „Es war ein schönes Event“, lobte Esser auch den gastgebenden TV Jahn, „nur schade, dass nicht alle höherklassigen Mannschaften des Kreises für den Pokal melden. Das würde die Sache noch aufwerten“, befand der HSG-Coach. Verbandsliga-Meister MTV Rheinwacht Dinslaken hatte diesmal zum Beispiel nicht am Kreispokal teilgenommen. Wären die Dinslakener beim „Final Four“ noch dabei gewesen, dann wäre sicher noch der ein oder andere Zuschauer mehr gekommen. Doch über die Resonanz konnten und wollten sich die Verantwortlichen des TV Jahn gar nicht beschweren, denn die war durchaus okay.

QUELLE: NRZ

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