VON TIMO KIWITZ – NRZ Dinslaken: 21.04.2013
Dinslaken. Nach dem 28:19 über die Panther steht fest: Die Jahn-Handballer spielen auch in der nächsten Saison in der Oberliga. Starker „Paule“ Meyer im Tor.

Die jüngste Niederlagenserie und die damit verbundenen, stetig größer werdenden Abstiegssorgen hatten Matthias Waclawczyk zuletzt notgedrungen immer wieder ein sorgenvolles Auge auf die Ergebnisse der Konkurrenz werfen lassen. Am Samstagabend um 19.18 Uhr war das nicht mehr nötig. „Jetzt müssen wir nicht mehr auf die Anderen gucken, jetzt müssen wir nur noch gucken, wo wir heute Abend hin gehen“, flachste der Trainer und kündigte damit gleichzeitig eine Feier an. Denn nach dem souveränen 28:19 (13:7)-Erfolg über die HSG Bergische Panther kann den Hiesfeldern am letzten Spieltag nichts mehr passieren. Die „Veilchen“-Handballer spielen auch in der Saison 2013/2014 in der Oberliga. Es wird die 26. Spielzeit in Folge für den Dauerbrenner TV Jahn in dieser Klasse.

Einer, der mehr als die Hälfte dieser „Ära“ aktiv miterlebt hat, hatte auch gegen die Panther großen Anteil daran, dass die Gastgeber nicht mehr ernsthaft zittern mussten. Der 35 Jahre alte Stefan Meyer, seit seiner ersten Seniorensaison im Kasten der ersten Mannschaft, entnervte den Gegner mit seinen zahlreichen Paraden in der Anfangsphase und half seinen Vorderleuten so, einen 9:4-Vorsprung (20.) zu erspielen, mit dem die restliche Partie in aller Ruhe bestritten werden konnte. Der Widerstand der ohnehin nicht sonderlich motiviert wirkenden und dazu ersatzgeschwächten Panther war schnell gebrochen. „Man hat schon gemerkt, dass bei denen die Luft raus war, während es für uns noch um richtig etwas ging“, befand auch Coach Waclawczyk hinterher.

Gute Deckungsarbeit
Die Leistung seines eigenen Teams sollte das nicht schmälern. Die stimmte von der ersten bis zur letzten Minute, nicht nur bei Meyer. Die Deckung packte ordentlich zu, stellte einen guten Block, wenn es nötig war und dann ging es mit Tempo nach vorne. In der Mitte zog diesmal Arthur Groß die Fäden. Auch Maximilian Reede traute sich wieder mehr zu, traf sechsmal und sorgte damit für Entlastung bei Kevin Kirchner. Vor allem in Hälfte eins hatte auch Linksaußen Marco Hofmeister bei seinem letzten Heimspiel für Hiesfeld – er wechselt nach Dümpten – einen starken Auftritt.

Schon vor der Pause sah alles nach einer ganz sicheren Sache aus, und spätestens nach 44 Minuten war bei einer 19:11-Führung des TV Jahn klar, dass hier nichts mehr passieren konnte. Vielleicht fiel die Freude nach der Schlusssirene deshalb nicht einmal allzu groß aus, weil sich die Hiesfelder Akteure schon während der 60 Minuten mit dem Gedanken befassen konnten, es tatsächlich geschafft zu haben. Ein Dank an die treuen Fans, ein kleiner Jubelkreis mit dem Schlachtruf „Oberliga, Oberliga“ – das war es erst einmal.

„Wenn mir vor der Saison jemand gesagt hätte, dass wir vom ersten bis zum vorletzten Spieltag auf Platz neun stehen, dann hätte ich das sofort unterschrieben“, erklärte Matthias Waclawczyk. Nichts anderes als den Klassenerhalt hatte der alte, neue Übungsleiter im Sommer letzten Jahres als Ziel ausgeben können, weil nach zahlreichen Abgängen eine junge Mannschaft mit ganz wenig Oberliga-Erfahrung zusammengestellt werden musste. Nach durchwachsenem Start schlug sich das Team immer besser, nach zehn Punkten und einigen richtig guten Spielen in der Hinrunde stiegen die Erwartungen, die in der zweiten Saisonhälfte nur noch ganz selten erfüllt werden konnten. Trotz der vielen Pleiten und oft enttäuschenden Auftritte im neuen Jahr, bleibt die für den Verein überaus erfreuliche Erkenntnis: Der TV Jahn hat sein Ziel erreicht – und benötigte genau deshalb auch nur noch ein neues für den restlichen Abend.

Jahn: Meyer, Kalveram; Busjan (8/3), Reede (6), Tuda, Enders, Heger (1/1), Groß (4), Kirchner (5), Weber, Hofmeister (4), Bestier, Bückmann, Schwengers, Jakobs.

QUELLE: NRZ

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